Der Vergleich auf einen Blick

BIMI steht für Brand Indicators for Message Identification. Der Standard veröffentlicht einen Verweis auf ein Markenlogo über DNS. Ob ein empfangender Dienst es anzeigt, bestimmt dieser Dienst. trustedDialog ist ein Produkt von United Internet Media mit Markenlogo und trustedDialog-Siegel in unterstützten Postfächern.

FrageBIMItrustedDialog
Wo kann die Kennzeichnung erscheinen?Bei teilnehmenden Anbietern, etwa Gmail; Apple Mail unterstützt BIMI nur unter weiteren Voraussetzungen des E-Mail-Dienstes.Bei WEB.DE, GMX, 1&1, freenet Mail und Telekom Mail. Die verwendete Oberfläche ist entscheidend.
Was sieht der Empfänger?Ein Markenlogo. Gmail zeigt bei VMC zusätzlich ein Prüfzeichen; CMC allein führt dort nicht zu diesem Häkchen.Markenlogo und trustedDialog-Siegel. Die konkrete Ansicht hängt vom Postfach und der App ab.
Welche Authentifizierung ist nötig?DMARC mit durchgesetzter Richtlinie und passender Authentifizierung; die Anforderungen des Empfängers kommen hinzu.Gültiges DKIM für die vorgesehenen Versanddomains sowie technische Prüfung und Produktfreigabe.
Welche Markenunterlagen werden gebraucht?Ein BIMI-konformes SVG und je nach Empfänger ein VMC oder CMC.Berechtigung zur Logonutzung und Markenmaterial nach UIM-Spezifikation.
Wie wird es eingerichtet?Authentifizierung und DMARC prüfen, Logo/Zertifikat vorbereiten, DNS veröffentlichen und beim Zielanbieter testen.Versandquellen abstimmen, DKIM und Logo vorbereiten, Testmails prüfen lassen und Aktivierung beauftragen.
Gibt es einen Zustellungsvorteil?BIMI verspricht keine allgemeine Zustellung in den Posteingang.Bei WEB.DE, GMX, 1&1 und freenet Mail ermöglicht trustedDialog die direkte Zustellung ins Postfach. Nutzerentscheidungen können zur Ablage im Spam-Ordner führen.
BIMI und trustedDialog: Die Auswahl hängt von Empfängern, Anforderungen und gewünschter Wirkung ab.

Telekom Mail gehört zur unterstützten Darstellung. Die oben genannte Aussage zur direkten Zustellung gilt für die vier ausdrücklich genannten Anbieter. Auch ein bekanntes Postfach bedeutet nicht, dass jede beliebige Mail-App das gleiche Logo oder Siegel anzeigt.

BIMI: DMARC, Logo und Zertifikat gehören zusammen

Ein BIMI-DNS-Eintrag allein genügt nicht. Die BIMI Group verlangt eine durchgesetzte DMARC-Richtlinie, also quarantine oder reject; p=none reicht dafür nicht. Klären Sie zuerst, ob Ihre legitimen Versandquellen mit einer solchen Richtlinie zuverlässig funktionieren. Eine harte Richtlinie allein für ein Logo einzuschalten, kann unentdeckte Versandwege treffen.

Für Gmail ist ein Verified Mark Certificate (VMC) oder ein Common Mark Certificate (CMC) erforderlich. Das sichtbare Prüfzeichen ist dort an ein VMC gebunden. Ein CMC kann eine Alternative für Marken sein, die die VMC-Anforderungen an eine eingetragene Marke nicht erfüllen. Die Zertifikatsstelle prüft die jeweiligen Voraussetzungen.

Schematische BIMI-Veröffentlichung. URLs und Zertifikatsdatei sind Beispiele und müssen durch echte, geeignete Dateien ersetzt werden.

Hostname: default._bimi.example.com
Typ:      TXT
Wert:     v=BIMI1; l=https://example.com/brand/logo.svg; a=https://example.com/brand/certificate.pem

Das Logo muss dem geforderten SVG-Profil entsprechen. Eine PNG-Datei in einen SVG-Container zu packen, macht sie nicht automatisch geeignet. Prüfen Sie außerdem, ob Logo und Zertifikatsdatei ohne Anmeldung über HTTPS erreichbar sind. DNS, Dateiformat und Zertifikat können korrekt sein, während Reputation oder die Empfängeroberfläche die Anzeige trotzdem begrenzen.

trustedDialog: Versandquellen und Logo vorbereiten

Bei trustedDialog beginnt die Arbeit mit Ihren tatsächlichen Versandquellen. Ein Newsletter und eine Bestellbestätigung derselben Marke können unterschiedliche DKIM-Signaturen nutzen. Die Prüfung muss deshalb die vorgesehenen Domains und Systeme abdecken. Eine bereits funktionierende Gmail-Authentifizierung ist hilfreich, ersetzt aber die Produktfreigabe nicht.

Die UIM-Spezifikation unterscheidet Markenmaterial für verschiedene Darstellungen. Das Avatar-Logo wird als SVG im Verhältnis 1:1 benötigt, das Absenderlogo im Verhältnis 5,5:1. Farben, Hintergrund und Ausrichtung müssen auch in der jeweiligen Postfachansicht funktionieren. Verwenden Sie die bereitgestellten Vorgaben, statt ein beliebiges Website-Logo hochzuladen.

InboxEdge® begleitet die Abstimmung von Versand, Markenmaterial und Aktivierung. Die technische Einrichtung von DKIM übernimmt Ihre IT oder Ihr Versanddienstleister. Das bisherige Versandsystem kann weiter genutzt werden.

Welche Lösung passt zu Ihrem Verteiler?

Zählen Sie die Empfänger nach Postfachanbieter und trennen Sie diese Auswertung von der benutzten App. Aus einer E-Mail-Adresse lässt sich meist der zuständige Dienst abschätzen; bei Firmenadressen sind dafür zusätzliche Informationen nötig. Die tatsächlich verwendete App ist dadurch noch nicht bekannt.

AusgangslageSinnvoller nächster Schritt
Viele Kunden mit WEB.DE- und GMX-AdressenUnterstützte Postfächer quantifizieren und trustedDialog für die relevanten Versandquellen prüfen.
Viele Empfänger bei GmailEigene DMARC-Reife, Logo und VMC-/CMC-Möglichkeit für BIMI prüfen.
Gemischter internationaler VerteilerBeide Vorhaben getrennt nach erreichbaren Empfängern, Aufwand und messbarem Nutzen bewerten.
Überwiegend FirmenadressenKeine breite Logo-Anzeige voraussetzen. Zuerst die tatsächlich empfangenden Dienste und Oberflächen untersuchen.
Drei typische Entscheidungen. Die Beispiele beschreiben Vorgehensweisen, keine realen Kundenergebnisse.

BIMI und trustedDialog schließen sich nicht grundsätzlich aus. Sie sind aber auch kein sinnvolles Doppelprojekt für jeden Versender. Planen Sie die gemeinsame technische Grundlage zuerst und die jeweilige sichtbare Darstellung danach.

Ein gemischter DACH-Verteiler als Beispiel

Angenommen, ein Unternehmen schreibt an private Kunden in Deutschland und Österreich sowie an Geschäftspartner. Im Verteiler stehen WEB.DE, GMX, Gmail und zahlreiche Firmenadressen. trustedDialog kann für die WEB.DE- und GMX-Adressen relevant sein; BIMI kann bei entsprechend vorbereiteten Gmail-Nachrichten einen anderen Teil ergänzen. Die Firmenadressen sind damit noch nicht automatisch abgedeckt.

Das ist ein frei gewählter Planungsfall, keine Aussage über Marktanteile. Er zeigt den entscheidenden Punkt: „DACH“ ersetzt keine Empfängerauswertung. Entscheiden Sie zuerst, welcher Teil Ihres Verteilers durch das erste Vorhaben erreicht wird und welchen zusätzlichen Teil das zweite tatsächlich eröffnet. Das tatsächliche Mailprogramm bleibt dabei eine zusätzliche Anzeigevoraussetzung.

Ein zweites Vorhaben lohnt sich dann, wenn die zusätzlich erreichbaren Empfänger und die Kommunikationsaufgabe den Aufwand für Technik, Markenmaterial und Betrieb tragen. Zwei Logosysteme nur der Vollständigkeit halber einzuführen, ist keine fachliche Notwendigkeit.

So prüfen Sie den Erfolg

  • Pro Versandquelle eine echte Nachricht zustellen und Authentifizierung prüfen.
  • Bei den relevanten Postfächern die reale Darstellung kontrollieren, einschließlich Mobilansicht und Dark Mode.
  • Vor einer Wirkungsmessung Zielgröße und Vergleichsgruppe festlegen. Logo-Anzeige, Wahrnehmung, Klick und Bestellung beantworten unterschiedliche Fragen.
  • Änderungen an Absender, Versanddienst und DKIM dokumentieren. Nach solchen Änderungen erneut testen.

Keines der Verfahren verschlüsselt die Nachricht oder beweist, dass ihr Inhalt ungefährlich ist. Ein sichtbares Markensignal ergänzt die übrige E-Mail-Praxis. Es ersetzt weder sichere Konten noch die Prüfung verdächtiger Zahlungs- oder Anmeldeaufforderungen.

Häufige Fragen

Kann ich BIMI und trustedDialog gleichzeitig nutzen?

Grundsätzlich können beide Verfahren für unterschiedliche Empfänger relevant sein. Prüfen Sie die technischen Anforderungen, die jeweiligen Freigaben und Ihren Verteiler getrennt. Eine erfolgreiche Einrichtung des einen Verfahrens aktiviert das andere nicht.

Zeigt Gmail bei jedem BIMI-Logo ein Häkchen?

Nein. Gmail akzeptiert VMC und CMC für die BIMI-Logoanzeige. Das zusätzliche Prüfzeichen ist an ein VMC gebunden. Weitere Anforderungen des empfangenden Dienstes bleiben bestehen.

Ist DMARC p=none für BIMI ausreichend?

Nein. Die BIMI Group verlangt eine durchgesetzte DMARC-Richtlinie. Vor der Umstellung müssen die legitimen Versandquellen geprüft sein, damit eine strengere Richtlinie keine gewünschten E-Mails beeinträchtigt.

Quellen und weiterführende Informationen